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Tusk: Absturz "tragischste Ereignis in Nachkriegsgeschichte" | Tusk: Absturz "tragischste Ereignis in Nachkriegsgeschichte" |
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Regierungschef Donald Tusk (PO) hat den Flugzeugabsturz von Präsident Lech Kaczynski als "tragischstes Ereignis in der Nachkriegsgeschichte Polens" bezeichnet. Der Ex-Präsident und frühere Solidarnosc-Führer Lech Walesa sagte, die "Elite der Nation" sei ums Leben gekommen. Wie inzwischen bekannt wurde, hat keiner der 96 Insassen der Tupolew das Unglück in Westrussland überlebt.
Neben dem Präsidenten und seiner Frau Maria starben bei dem Unglück am Flughafen Smolensk auch hochrangige Mitglieder des Führungskaders der Kaczynski-Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit), führende Militärs und Begleiter aus der Finanzwirtschaft. So zählen auch Vize-Parlamentschef Jerzy Szmajdzinski, Vize-Außenminister Andrzej Kremer, der Generalstabs-Chef Franciszek Gagor, der Chef der Präsidialkanzlei Wladyslaw Stasiak, der Chef der polnischen Nationalbank Slawomir Skrzypek, der Präsident des Polnischen Olympischen Komitees Piotr Nurowski, die Führerin des Streiks an der Danziger Werft Anna Walentynowicz sowie mehrere Parlamentarier aller Sejm-Parteien und enge Mitarbeiter Kaczynskis zu den Opfern. Die Beileidsbekundungen trafen nach dem Unglück vom Samstagmorgen im Minutentakt in Warschau ein. US-Präsident Barack Obama kondolierte ebenso wie die britische Queen, der deutsche Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und natürlich Russlands Kremlchef Dmitri Medwedew. In Polen wurde eine einwöchige Staatstrauer ausgerufen. Tausende zog es schon Minuten nach Bekanntwerden des Unglücks zum Präsidentensitz in Warschau, wo sie beteten, Blumen niederlegten oder Kerzen anzündeten. Premier Tusk brach vor laufenden Kameras in Tränen aus. Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle - der seinen ersten Antrittsbesuch in Polen und nicht in Frankreich gemacht hatte - musste seine Stellungnahme zu dem Unglück bei einem Termin in Südafrika unterbrechen, um fern der Kameras seine Tränen herunterzuschlucken. Die für Herbst geplante Präsidentenwahl muss nun vorgezogen werden. Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski hat die Amtsgeschäfte von Kaczynski übernommen, wie es die Verfassung für solche Fälle vorsieht. Ein neuer Termin für den Urnengang soll in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Kaczynski war mit seiner Delegation auf dem Weg zu einer Gedenkfeier für die Opfer des Massakers von Katyn, das nahe Smolensk liegt. Dort im Wald hatte der russische Geheimdienst vor 70 Jahren tausende polnische Offiziere und auch Zivilisten aus der polnischen bürgerlichen Elite ermorden lassen. Katyn ist ein Symbol der schwierigen Beziehungen zwischen Warschau und Moskau. Dass mit Kaczynski und seinen Vertrauten nun wieder ein - wenn auch viel kleinerer - Teil der polnischen Elite in einem Waldstück nahe Katyn ums Leben gekommen ist, wirkt wie eine bittere Ironie des Schicksals. Einer Aufstellung der BBC zufolge hat es in der Geschichte der Luftfahrt noch nie einen ähnlich verheerenden Flugzeugabsturz gegeben, der so vielen hochrangigen Staatsrepräsentanten das Leben kostete. | |
| Autor: Heiko Lossie | |
| Samstag, 10 April 2010 |