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Vor der EM 2008: Polen und der Fußball | Vor der EM 2008: Polen und der Fußball |
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Ein Hintergrundbericht Und das, obwohl die Kicker in den weiß-roten Trikots mit dem polnischen Adler bei Weltmeisterschaften schon öfter mal dabei waren. Dem entsprechend groß war die Begeisterung der sehnsüchtig auf ein Erfolgserlebnis wartenden polnischen Fans. Und Fußballanhänger ist hier so gut wie jeder. Völlig selbstverständlich ist es, sich mit dem Nationalteam zu identifizieren: „Wir haben uns heute nicht auskontern lassen“ ist zum Beispiel ein ganz normaler Satz. Bisher gibt es nicht nur international wenig zu feiern. Auch die nationale Liga mit dem schön klingenden Namen „Extraklasse“ hat angesichts kleiner, schlechter Stadien und schwacher Vereine nicht gerade viel zu bieten. Man freut sich daher umso mehr über die Erfolge der polnischen „Legionäre“ in europäischen Ligen wie etwa Mittelfeldspieler Jacek Krzynówek (VfL Wolfsburg), Torjäger Ebi Smolarek (zuletzt Borussia Dortmund, jetzt Santander) oder Torwart Artur Boruc (Celtic Glasgow). Die erste EM-Qualifikation verdanken die Polen nach eigener Einschätzung ihrem holländischen Trainer-Urgestein Leo Beenhakker, der nach dem unrühmlichen Vorrunden-Aus bei der WM 2006 in Deutschland an Bord geholt wurde. Er ist der erste ausländische Trainer der polnischen Elf. Viele glauben, dass er sich deshalb besser mit eigenen Ideen gegen die allmächtigen und unbeliebten Verbands-Funktionäre durchsetzen kann. Sehr viele Hoffnungen ruhen auf Beenhakker, der seine Jungs auf englisch trainiert und motiviert. Er weiß, dass er wenige bis keine Weltklassespieler im Kader hat und setzt deswegen auf den Mannschaftsgeist. In der Qualifikation bezwangen seine Schützlinge sogar Portugal. Mit dem diesjährigen Gruppengegner Deutschland ist es aber wie verhext: Noch nie konnte Polen ein Länderspiel gegen die Deutschen gewinnen. Bei der WM 1974 siegte Deutschland in der „Regenschlacht“ im Frankfurter Waldstadion ebenso mit 1:0 wie im Jahre 2006 in Dortmund, wo das für Polen verhängnisvolle Tor erst kurz vor dem Schlusspfiff fiel. Und nun schon wieder Deutschland! Das erneute große Duell mit dem Nachbarn wird natürlich mit besonderer Spannung erwartet. Nach der 0:3-Heimschlappe gegen die USA beim jüngsten Testspiel Ende März wurde die Euphorie wieder etwas gedämpft. Aber dennoch werden die Reisebusse nach Österreich im Juni ebenso voll begeisterter Fans sein wie die Kneipen und Wohnzimmer daheim. Ein zweiter Platz hinter Deutschland in Gruppe B und damit der Einzug ins Viertelfinale sollte drin sein, meinen die meisten. Und danach ist schließlich alles möglich! Aber wenn es dann doch nicht so laufen sollte wie erhofft, bleibt immer noch die EM 2012. Für die ist Polen als Gastgeber nämlich schon jetzt qualifiziert. | |
| Autor: Mirko Kaupat | |
| Donnerstag, 17 April 2008 |