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Pawelka bekräftigt Rückforderungen der Vertriebenen | Pawelka bekräftigt Rückforderungen der Vertriebenen |
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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Vertriebenenorganisation Preußische Treuhand, Rudi Pawelka, hat die alleinige Verantwortung Nazi-Deutschlands für die Vertreibung der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten zurückgewiesen. Außerdem forderte Pawelka, deutsche Zwangsarbeiter mit polnischen und sowjetischen gleichzustellen.
Pawelka, der auch Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien ist, kritisierte während des so genannten Schlesiertreffens in Hannover, dass die Wahl Adolf Hitlers immer wieder als Ursache für die Vertreibungen genannt werde. "Das klingt, als ob die Rote Armee wegen Hitler geradezu gezwungen war, Gräuel zu begehen", sagte Pawelka. Sowjetische Propaganda hätte die Rotarmisten gezielt zum Töten und Vergewaltigen aufgefordert. Pawelka betonte, es dürfe "Kollektivverantwortung nicht mit Kollektivschuld verwechselt" werden und dass die Vertreibung nicht nur eine Folge des Krieges sei. Gleichzeitig kritisierte Pawelka, dass die Rechte der deutschen Minderheit im heutigen Polen "so schwach ausgeprägt wie nirgends in der EU" seien. Der Nationalismus der Polen sei Schuld daran, dass die deutsche Minderheit noch immer benachteiligt werde. Die Preußische Treuhand klagt derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auf eine Entschädigung für den Verlust der Deutschen, die aus den wieder polnisch gewordenen Gebieten vertrieben wurden. Die Große Koalition hatte sich von der Klage der Preußischen Treuhand stets distanziert und sie als aussichtslos bezeichnet. Dennoch vermied es auch Kanzlerin Angela Merkel jüngst, dem Nachbarn Polen zuzusichern, dass Deutschland im Falle eines juristischen Erfolges der Vertriebenenorganisation mögliche Zahlungen übernehme. Während des Schlesiertreffens schlug auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der eine Gastrede hielt, kritische Töne an: "Ich bin überzeugt, dass jede Form von materieller Aufrechnung zur Verhärtung der Fronten zwischen Deutschland und Polen führt", sagte der Politiker in Anspielung auf die Klage. Daraufhin pfiffen und buhten große Teile der 4000 Besucher des Treffens den Ministerpräsidenten aus. Die Klage der Treuhand ist in Polen immer wieder ein heiß diskutiertes Thema - wie auch die generelle Sichtweise der Vertriebenenverbände auf die Ursache der Zwangsumsiedlung Deutscher. Streitpunkt ist dabei im Kern die Frage, ob eine direkte oder indirekte Mitschuld aller Deutschen an den nationalsozialistischen Verbrechen ein Motiv sein darf, das Leid ihrer eigenen Vertreibung zu relativieren oder gar zu rechtfertigen. Mehr als zwölf Millionen Deutsche mussten die ehemaligen Ostgebiete verlassen, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum großen Teil wieder polnisch wurden. Auf dem Weg nach Westen starben Hunderttausende. | |
| Autor: Heiko Lossie | |
| Montag, 02 Juli 2007 | |
| Letzte Aktualisierung ( Montag, 02 Juli 2007 ) |